Mein Weg in die finanzielle Freiheit

Pascal von fyoumoney.de hat kürzlich zu einer Blogparade aufgerufen, an der ich mich mit diesem Beitrag gern beteiligen möchte. Ihn interessieren persönliche Wege in die finanzielle Freiheit.

Dabei will ich gar nicht umfangreich in meine Vergangenheit eintauchen. Diese lässt sich in den Anfangsartikeln meines Blogs nachlesen. Nur kurz dazu: Ich bin ein Zahlenmensch, beschäftige mich seit gut 10 Jahren mit dem Thema Kapitalanlage und ich versuche mein Vermögen auszubauen.

Was bedeutet Finanzielle Freiheit für mich überhaupt?

Da Pascal die Frage nach dem Weg in die finanzielle Freiheit gestellt hat, stellt sich zunächst die Frage, was dies überhaupt ist. Nun, unter finanzieller Freiheit verstehe ich den Zustand, in dem man von eigenem aktiven Arbeitseinkommen unabhängig leben kann. In dem man nur noch sein Vermögen verwaltet und seinen Lebensunterhalt aus den Erträgen aus Kapitaleinkommen bestreiten kann.

Werde ich diese überhaupt jemals erreichen und was wäre denn wenn?

So weit, so gut. Nächste Frage: Stellt die finanzielle Freiheit für mich ein sinnvolles Ziel dar? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich werde ich die absolute finanzielle Freiheit nicht erreichen. Zumindest nicht aus eigener Kraft. Gestartet bei Null, ohne große Erbschaften oder sonstige Zuschüsse, dafür aber mit Kindern und in einer Region lebend, in der deutschlandweit unterdurchschnittlicher Lohn gezahlt wird. Bleiben wir realistisch. Ich werde wohl bis zum Erreichen der gesetzlichen Rente arbeiten müssen.

Finde ich das schlimm? Überhaupt nicht. Es ist, wie es ist. Kein Grund zu klagen. Ich denke, selbst wenn ich die finanzielle Freiheit erreichen würde, würde ich weiter arbeiten. Außerdem bin ich nicht bereit, mein heutiges Leben komplett zu vernachlässigen, nur um eine exorbitante Sparquote zu erreichen. Meines Erachtens ist – wie so oft im Leben – eine gesunde Balance wichtig. Sparen, Vermögen aufbauen, aber auch das Leben nicht vergessen. Es ist keine Lösung das Glück in der Zukunft zu suchen. Die Zukunft kann morgen schon zu Ende sein. Daher zählt das hier und heute.

Warum betreibe ich trotzdem Vermögensaufbau?

Jetzt mag der ein oder die andere denken: Na gut, wenn das hier und heute zählt und die Zukunft morgen vorbei sein kann, dann raus mit vollen Händen und das Leben genießen. Aber wie gesagt, wie so oft liegt die Lösung in der Mitte.

Auch wenn ich nicht denke, dass ich die finanzielle Freiheit jemals erreiche, stelle ich mir finanzielle Ziele, auf die ich hin arbeite. Und das aus mehreren Gründen.

  1. Einkommen
    Einher mit dem Vermögensaufbau gehen in der Regel auch Kapitaleinkünfte. Diese wiederum erhöhen die eigenen Einnahmen und vergrößern den finanziellen Spielraum. Man kann sich entweder etwas nettes zusätzlich leisten oder mehr sparen. Oder eben eine Mischung aus beidem.
  2. Fortschritt
    Der zweite Antrieb ist eher abstrakter Natur. Ich finde es einfach erstrebenswert, dass eigene Portfolio bzw. dessen Wert wachsen zu sehen. Irgendwie ist ja jeder an Verbesserungen und einem Fortschritt im Leben interessiert. Wer will schon auf der Stelle stehen bleiben während die Jahre ins Land ziehen. Beziehungen entwickeln sich, Kinder wachsen heran und entwickeln sich (hoffentlich 🙂 ), berufliche und private Erfahrungen werden gesammelt, Kompetenzen entwickelt. Und ich finde daneben auch eine finanzielle Entwicklung erstrebenswert. Anwachsende Bildschirmdiagonalen oder Motoren-PS sind dagegen nicht so meine Motivation.
  3. Sicherheit
    Ein dritter aber keinesfalls zu vernachlässigender Punkt ist für mich das Thema Sicherheit. Zum einen die Sicherheit von Einkünften, die vom Arbeitseinkommen unabhängig sind. Auch wenn ich wie geschrieben die komplette Unabhängigkeit nicht erreichen werde, so beruhigt ein paralleles Zusatzeinkommen ungemein. Nicht jede Arbeit nur aufgrund des Gehaltes machen zu müssen. Auch mal etwas anderes wagen zu können. Aber auch unabhängig vom Wollen, kann ein Job ja auch einfach einmal wegfallen. Der Arbeitsgeber kriselt oder warum auch immer. Plötzlich muss man sich neu orientieren. Auch hier ist ein Zubrot nett. Neben den Kapitaleinnahmen bietet dabei auch das Vermögen an sich eine nicht zu unterschätzende Sicherheit. Wenn es hart auf hart kommt, kann man ein paar Monate/Jahre aus Vermögensverzehr über die Runden kommen. Das ist natürlich keine erstrebenswerte Situation. Aber diese Sicherheit lässt zumindest mich deutlich entspannter durchs Leben gehen. Und das ist es doch, was letztlich zählt. Geld bzw. Vermögen allein macht sicher nicht glücklich. Aber es gibt einem die Möglichkeit, in Situationen in denen man unzufrieden ist, auch einmal ins Risiko zu gehen, um die eigene Lage zu ändern.

Wie mache ich es nun im Alltag mit dem ganzen Vermögensaufbau-Kram?

Die Grundlage bildet für mich, unter den eigenen Verhältnissen zu leben und kontinuierlich zu sparen. Ohne dies geht es nicht.

Der zweite Schritt betrifft die Kapitalanlage bzw. die nvestition des Gesparten. Dies ist für mich ein Lernprozess den wohl jeder durchläuft und in dem auch jeder andere Vorlieben hat. Ein klares Richtig oder Falsch gibt es wohl nicht. Jeder hat andere Voraussetzungen, beginnt zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Was für den einen funktioniert, kann für den anderen der falsche Weg sein. Mein Weg führte über aktive Fonds, hin zu ETFs und einem Weltportfolio. Vielleicht kommen demnächst auch verstärkt Einzeltitel hinzu.

Wichtiger als die konkrete Anlageforum jedoch ist in meinen Augen das Sparen und am Ball bleiben. Aber wie schon weiter oben angedeutet: Sparen um jeden Preis und auf Kosten des hier und heute hat wenig Sinn. Was ist erstrebenswert? Eine Sparquote von 10 %, 20 %, 50 %? Keine Ahnung. Letztlich muss jeder für sich herausfinden, womit er am besten leben kann. Ich persönlich brauche keinen großen Luxus. Aber Familie und Kinder kosten natürlich. Und es geht nicht nur um mein eigenes Empfinden, sondern in einer Beziehung natürlich immer auch um Kompromisse. Wichtig finde ich, sich mit den eigenen Ausgaben bewusst auseinander zu setzen und das Maß insgesamt nicht zu verlieren.

Oftmals ist Konsum nur Ersatzbefriedigung, der witzigerweise aber gar nicht (dauerhaft) befriedigt. Die Freude an nicht-materiellen Dingen zu finden, ist meines Erachtens ein wesentlicher Faktor zu einem glücklichen Leben. Nicht mehr ist mehr, sondern weniger ist mehr. Vielleicht klappt es so ja doch mit der finanziellen Freiheit. 🙂

7 Gedanken zu “Mein Weg in die finanzielle Freiheit

  1. Hey,

    zwei Dinge sind mir aufgefallen:

    1. Diese Balance vom der du sprichst ist wirklich eine wichtige Sache. Trotz des Sparens sollte man nicht alle Vergnügen links liegen lassen. Das habe ich am Anfang auch lernen müssen. Es kann sich noch alles ums sparen drehen.

    2. Punkt 2 ist interessant. Ein Portfolio „großzuziehen“ ist auch fuer mich wesentlich spannender als Autos oä. Es ist eben – wie du schreibst – nicht nur der Wertgewinn – sondern das allgemeine Wachstum. Es ist wie ein Kind, auf das aufgepasst werden muss.

    Lg
    Johannes

  2. Hallo Johannes,

    vielen Dank für deine Rückmeldung. Eine gewisse Balance im Leben ist meines Erachtens immer wichtig. Wie auch beim Portfolioaufbau selber, sollte man nicht alle Eier in einen Korb legen bzw. die Priorität nicht ausschließlich auf den Vermögensaufbau legen. Das Leben ist viel zu vielschichtig.

    Viele Grüße,
    Mathias

  3. Ein super Artikel, der vielleicht den ein oder anderen zum Nachdenken anregen wird, denn ein Vermögensaufbau ist natürlich wichtig, allerdings sollte man nicht komplett den Fokus drauf legen.

    • Hallo Thomas,

      vielen Dank für das Lob. Natürlich muss letztlich jeder selber entscheiden, was ihm wichtig ist. Ich persönlich bin zufrieden, wenn ich einen Fortschritt in meinem Vermögensaufbau sehe. Bereit, meinen Leben heute komplett zu „opfern“ bin ich nicht.

      Viele Grüße,
      Mathias

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