Geldanlage – Mein kleines Weltportfolio

Geldanlage – Mein kleines Weltportfolio

Im Artikel über meine „Investment-Karriere“ hattet ihr gelesen, dass ich derzeit ein sogenanntes Weltportfolio aus ETFs aufbaue. Darauf will ich heute etwas mehr eingehen.

Wie bin ich darauf gekommen?

Nachdem ich vor einigen Jahren auf ETFs aufmerksam geworden bin und einige Zeit ausschließlich in einen globalen Dividenden-ETF investiert hatte, trieb mich die Frage um, ob ich damit ausreichend diversifiziert habe. Bei der Recherche zu diesem Thema stieß ich auf den Klassiker von Gerd Kommer: „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“. Was soll ich sagen, ich fand das Buch schlüssig und überaus einleuchtend. Von mir eine absolute Empfehlung für alle, die sich für das Investieren in passive Fonds interessieren.

Was ist der Sinn des Ganzen und wie sieht so etwas aus?

Kommer empfiehlt – man kann es anhand des Buchtitels erahnen 🙂 – das Investieren in börsengehandelte Indexfonds. Dabei soll mittels verschiedener möglichst gering korrelierter ETFs eine möglichst breite Portfoliodiversifikation erreicht werden. Während die Rendite des Portfolios dem gewichteten Durchschnitt seiner Bestandteile entspricht, sinkt das Risiko mit jeder Hinzunahme einer weiteren Position die mit dem bestehenden Portfolio nicht vollständig korreliert.

Entsprechend der persönlichen Risikoneigung soll das Gesamtportfolio prozentual in risikofreie Anlagen und das sogenannte Weltportfolio aufgeteilt werden. Das Weltportfolio wiederum setzt sich zusammen aus neun ETFs, die Indizes verschiedener Assetsklassen und Märkte abbilden. Auch für die Gewichtung der Fonds innerhalb des Weltportfolios gibt einem Kommer eine prozentuale Verteilung an die Hand.

Aber nun zur Praxis! Wie kommt man zum eigenen Weltportfolio?

Soweit zur Theorie. Aber wie habe ich das Ganze nun für mich persönlich umgesetzt? Begonnen habe ich mit dem Aufbau des Weltportfolios (sowie des risikolosen Portfolioanteils) Anfang des Jahres 2016.

In Schritt 1 habe ich zunächst meine Zielportfoliogröße festgelegt. Ich habe geschaut, welche Investitionsmittel mir zum Startzeitpunkt zur Verfügung standen und abgeschätzt, welche Mittel im Laufe der Jahre 2016 und 2017 noch verfügbar werden würden. Es ging mir also darum zu ermitteln, welche Mittel ich im Laufe von 1-2 Jahren in das ETF-Portfolio investieren wollte und konnte.

Schritt 2 bestand darin, zu bestimmen, wie groß die einzelnen zehn ETF-Positionen sein sollen. Da Kommer eine prozentuale Aufteilung empfiehlt, war dies reine Rechnerei.

Schritt 3 gestaltete sich schon etwas aufwendiger. Hier ging es um die konkrete Auswahl der ETFs in den jeweiligen Anlageklassen. Kommer gibt auch hierfür Vorschläge vor. Allerdings sind erstens nicht mehr alle der ETFs verfügbar und zweitens wollte ich mir selber ein Bild machen. Kriterien, nach denen ich bei der Auswahl geschaut habe, waren die Total Expense Ratio (TER; Gesamtkostenquote), das Ausschüttungsverhalten, sowie die Replikationsmethode. Kommer empfiehlt darüber hinaus, nicht in zu viele ETFs einer einzelnen Fondsgesellschaft zu investieren.

Nachdem die ETFs ausgewählt waren, ging es in Schritt 4 daran, einen Investitionsplan zu erstellen. Die angepeilte Portfoliogröße sollte in rund 1,5 Jahren erreicht werden. Daraus ergab sich automatisch die monatliche Investitionssumme. Nun musste ich nur noch die Zielpositionsgrößen mit den monatlichen Investitionsbeträgen in Einklang bringen. Dabei bin ich letztlich recht pragmatisch vorgegangen und habe geschaut, wie viele monatliche Investitionen ich für die einzelnen Positionen benötige. Diese habe ich dann in einem Plan von Anfang 2016 bis Mitte 2017 einigermaßen gleichmäßig verteilt.

Der Rest (wir können ihn auch Schritt 5 nennen) war bzw. ist dann mehr oder weniger stupide Umsetzung des Plans. Zu jedem Monatsbeginn kaufe ich Anteile an den ausgewählten und festgelegten ETFs. Die Anzahl der Anteile ermittelt sich aus der angestrebten Investitionssumme und dem jeweils aktuellen Kurs des ETF.

Parallel tracke ich jeweils zum Monatswechsel die aktuellen Marktwerte der bereits erworbenen ETF-Positionen sowie ihre prozentualen Anteile an meinem gesamten Weltportfolio.

Und wenn ich das Zielportfolio erreicht habe?

Mitte des Jahres 2017 wird es dann soweit sein. Ich werde meinen aktuellen Investitionsplan mit dem Kauf der letzten ETF-Anteile beenden. Damit habe ich dann mein vor knapp 1,5 Jahren ausgetüfteltes Zielportfolio erreicht. Moment, ich werde es natürlich nicht genau erreicht haben. Schließlich haben alle enthaltenen ETFs in der Zwischenzeit Wertentwicklungen erlebt. Die Portfolioaufteilung wird also höchstwahrscheinlich nicht derjenigen entsprechen, die Kommer in seinem Buch empfiehlt. Also was tun?

Das Anpassen der Einzelpositionen an den gewünschten prozentualen Anteil wird auch als Re-Balancing bezeichnet. Frei übersetzt soll das Portfolio wieder zurück ins Gleichgewicht gebracht werden. Es gibt zwei Möglichkeiten dazu.

Möchte man die Gesamtportfoliogröße konstant halten, muss man ggf. bei einzelnen Positionen ein paar Anteile veräußern, bei anderen ein paar nachkaufen. Aufpassen sollte man hier allerdings mit den Ordergebühren, die einem bei kleinen Transaktionen gern die Performance versauen.

Möchte man dagegen ohnehin weiter investieren und den Weg des Weltportfolios weiter gehen, kann man sich das kleinteilige Re-Balancing meines Erachtens getrost sparen. Ich würde in diesem Fall die oben dargestellten Schritte einfach wiederholen. Also zunächst die neue Zielgröße für das Gesamtportfolio festlegen und anschließend die neuen Zielgrößen der Einzelpositionen berechnen. Die nachzukaufenden Positionsgrößen ergeben sich dann aus der Differenz aus Zielwerten und aktuellen Marktwerten. Diese vorhandenen Lücken würde ich wieder über einen bestimmten Zeitraum schließen.

Habt ihr Anregungen, Fragen oder Hinweise? Dann immer her damit. Am besten direkt über die Kommentarfunktion.

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