Ausgaben – Sparen mittels Budgets

Ausgaben – Sparen mittels Budgets

Wie ich bereits in einem vorangegangenen Artikel geschrieben habe, ist das Führen eines Haushaltsbuches ein wesentlicher Schlüssel dazu, die eigenen Ausgaben im Griff zu behalten und zu sparen. Nur wenn ihr eure Ausgaben genau kennt und wisst wohin diese fließen, erkennt ihr wo Einsparpotenziale stecken.

Dokumentiert eure Ausgaben dauerhaft

Es ist also erforderlich die Ausgaben zu dokumentieren. Gleichzeitig solltet ihr die Ausgaben sinnvoll kategorisieren und in Ausgabenblöcke zusammenfassen. Volle Aussagekraft gewinnt so ein Haushaltsbuch natürlich erst ab einer gewissen Datenbasis. Daher ist es wichtig, dass ihr dieses dauerhaft und permanent führt. Ihr habt gerade erst mit dem Führen eines Haushaltsbuches begonnen? Kein Problem. Ihr könnt auch schon von Beginn an wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Ihr müsst nicht erst „krampfhaft“ ein Jahr warten, bevor ihr eure finanzielle Situation verbessern könnt.

Neben den monatlich wiederkehrenden Ausgaben, gibt es jährlich anfallende Ausgaben (wie Urlaube, Versicherungen) oder Sonderausgaben (wie Möbel). Meines Erachtens sollten diese Ausgaben nicht bereits bei der Erfassung geglättet werden. Man könnte diese natürlich auch auf alle Monate gleich verteilen. Aber wichtig finde ich persönlich auch zu wissen, wann im Jahresverlauf solche Sonderausgaben tatsächlich fällig werden. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, auch die durchschnittlichen Ausgaben über Quartale und Jahre im Auge zu behalten und die eigenen langfristigen Ziele und Pläne daran auszurichten.

Schaut euch die wesentlichen Kategorien an

Nun haben wir also die täglichen Ausgaben fein säuberlich dokumentiert und diese nach Kategorien zusammengefasst. Damit sollte schnell ersichtlich sein, in welchen Bereichen die größten Ausgaben anfallen.

Nach einigen Monaten Haushaltsbuchführung wird auch klar, wo und wann unregelmäßige Ausgaben auftauchen. Neben der generellen Erkenntnis, dass diese Ausgaben im Jahresverlauf überhaupt fällig werden, ist wichtig zu wissen, wann genau sie fällig werden. Schließlich muss dafür entsprechende Liquidität bereitgehalten werden. Eine reine Durchschnittsausgabenbetrachtung ist hier nicht zielführend. Wenn die Ausgabe ansteht, ist sie komplett fällig und nicht bspw. zu fünf Zwölfteln.

Schaut euch nun die einzelnen Ausgabenblöcke genauer an. Sinnvoll sollte es sein, mit den größten zu beginnen und dabei auf Einzeldatenebene zu gehen. Fragen die ihr euch dabei stellen solltet, sind: Welche Ausgaben sind fix, fallen also auf jeden Fall an? Welche Ausgaben sind variabel, sind also von einer eigenen Entscheidung abhängig? Welche Ausgaben sind zwar vom Typ her fix, aber eventuell von der Höhe her variabel?

Verbessert eure Situation schrittweise

Eine genaue Analyse der eigenen regelmäßigen Ausgaben ist neben der reinen Erfassung ein wesentlicher Schritt zur Identifizierung von Sparpotenzialen. Hierdurch könnt ihr erkennen, an welchen Stellen ihr eure Ausgabensituation verbessern könnt.

Sparpotenziale stecken zum einen in den variablen Ausgaben. Diese können einfach vermieden werden (Freizeitaktivitäten, Zeitschriften etc.). Zum anderen bestehen aber auch in den fixen Ausgaben in der Regel (hohe) Einsparpotenziale. Diese bedürfen allerdings meist etwas mehr Umsetzungsaufwand, da günstigere Alternativen gefunden werden müssen. Dieser Aufwand wird dann dafür mit wiederkehrenden Einsparungen belohnt.

Habt ihr nun überprüft, welche Ausgaben überhaupt theoretisch reduziert werden können, solltet ihr konkrete Ziele setzen. Wichtig ist dabei in meinen Augen, schrittweise vorzugehen und nicht mit einem Mal alles wegzustreichen. Hier kommen Budgets ins Spiel. Definiert euch monatliche Budgets, die unter euren Ist-Ausgaben liegen und mit denen ihr auskommen wollt. Ihr gebt 400 Euro für Lebensmittel aus? Setzt euch 380 Euro als kommendes Monatsbudget. 30 Euro für Zeitschriften? 25 Euro tun es vielleicht auch? Jeden Morgen der Kaffee unterwegs auf dem Weg zur Arbeit? Weglassen! Wenn man ehrlich ist, schleichen sich im Laufe der Zeit einfach teure Gewohnheiten ein, die an sich nicht notwendig sind. Mit ein wenig Mehraufwand kann man dabei sparen, insofern man denn will.

Alternativ kann man auch „top-down“ festlegen, welches zusätzliche Sparziel man hat und dieses dann auf die einzelnen Ausgabekategorien verteilen. Aber auch hier ist es wichtig, dies nicht „mit der Gießkanne“ zu tun, sondern konkret auf Ebene der Ausgaben.

Ansatzpunkte lassen sich viele finden, wenn man will und nach ihnen sucht. Wichtig ist, zu beginnen. Alle Einsparungen bei den Ausgaben stehen euch direkt als Sparbetrag zur Verfügung und führen direkt zu einer Verbesserung eurer finanziellen Situation.

Überprüft eure Erfolge durch dauerhafte „Buchführung“

Die Ziele wurden definiert, die Budgets gesetzt? Prima! Nun gilt es, diese Budgets einzuhalten.

Durch das permanente Erfassen eurer Ausgaben könnt ihr jederzeit erkennen, ob ihr eure Budgets in den einzelnen Ausgabenkategorien eingehalten habt. Ist noch Luft nach oben? Dann kann das Budget vielleicht noch weiter reduziert, der Sparbetrag entsprechend erhöht werden.

Habt ihr eine Ausgabenkategorie konstant im Griff? Widmet euch der nächsten und legt auch hier Budgets fest.

Scheitert ihr permanent an einem Budget? Gegebenenfalls müsst ihr etwas nachjustieren, kein Problem. Schaut, ob ihr dafür Einsparungen an anderer Stelle umsetzen könnt.

Ihr seht, das Ganze ist letztlich ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Bei den Budgets gibt es kein richtig oder falsch. Jeder muss für sich selber festlegen, wo und wie viel er einsparen möchte und kann. Haushaltsbuchführung, Analyse der Ausgaben und Budgetsetzung führen dazu, dass ihr euch mit euren Ausgaben bewusst auseinander setzt und eingeschlichene Gewohnheiten regelmäßig hinterfragt. Und das ist in meinen Augen ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Verbesserung der finanziellen Situation.

2 Gedanken zu “Ausgaben – Sparen mittels Budgets

  1. Hallo Mathias,
    In der Tat beschreibst mit dem Budgetieren Du einen wichtigen Aspekt, um bei den eigenen Ausgaben diszipliniert zu sein! Ich bin davon überzeugt, dass allein schon das Bewußtsein zu den einzelnen Ausgabenkategorien ein wesentlicher Faktor beim Erzielen von Einsparungen ist.
    Neben dem Vergleich mit den eigenen Ausgaben(-kategorien) der Vergangenheit, ist auch ein externes Benchmarking möglich: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/08/25/ausgaben-benchmarking/
    Gleichzeitig fürchte ich, dass viele Menschen vom Gefühl nach Budget leben zu müssen, abgeschreckt sind. Neben dem Zeitaufwand wird wohl auch der selbst auferlegte Zwang als unangenehm angesehen. Mir wäre dieser Zwang allemal lieber als finanzielle Probleme 😉
    Viele Grüße,
    FF

  2. Hallo FF,

    es ist letztlich die Frage, was man erreichen will. Aber letztlich müssen wir alle innerhalb von Budgets leben. Nämlich im Rahmen unserer Einnahmen, ansonsten kommt früher oder später die Privatinsolvenz.
    Mir geht es auch in erster Linie darum, sich bewusst mit seinen Ausgaben auseinander zu setzen. Und wenn man denn sparen und Vermögen aufbauen möchte, bleibt nichts, als unter den eigenen Einnahmen zu leben. Das Bugetieren ist lediglich ein Hilfsmittel.

    Viele Grüße,
    Mathias

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