Ausgaben – Lebe unter deinen Verhältnissen!

Ausgaben – Lebe unter deinen Verhältnissen!

Nachdem wir uns im letzten Artikel die Einnahmenseite angesehen haben, kommen wir heute zur unschöneren Seite der Medaille, den Ausgaben.

Wir alle müssen Geld ausgeben, um unser Leben zu bestreiten. Miete, Lebensmittel, Urlaube, da kommt schnell so einiges zusammen.

Welche Ausgaben haben wir eigentlich und wo können wir ansetzen?

Schauen wir uns doch zunächst an, welche Ausgaben uns im Alltag ereilen und wie wir diese kategorisieren können. Analog zu betriebswirtschaftlichen Betrachtungen könnte man unterscheiden in fixe Ausgaben und variable Ausgaben.

Fixe Ausgaben sind für mich all jene, die nicht bzw. nicht kurzfristig ohne weiteres beeinflussbar sind. Dazu zähle ich unter anderem Miete inklusive Nebenkosten, Kapitaldienste, Telekommunikation, Mobilität, Versicherungen, Lebenshaltung (Grundbedarf) und Kinderbetreuung.

Daneben stehen unsere variablen Ausgaben wie Freizeitaktivitäten und Urlaube. Diese können wir reduzieren oder (theoretisch) komplett weglassen und dadurch direkte Einsparungen erzielen. Weiterhin zähle ich Ausgaben der Kategorie „Luxus“ zu den variablen Ausgaben. Luxus steht hier für Ausgaben, die man sich gönnt, obwohl es auch günstiger ginge. Beispielsweise ein schicker neuer Pkw, wobei man mit einem gebrauchtem, eine Nummer kleiner, auch gut auskommen würde. Oder der Kaffee vom Bäcker für den Weg zur Arbeit, den man auch zu Hause selber kochen könnte. Oder besonders exquisite Lebensmittel. Hierzu hat natürlich jeder eine andere Empfindung. Was ist nötig und was ist „etwas mehr“.

Variable Ausgaben kennzeichnet also ein Hebel, den man direkt umlegen kann, um zu sparen. Das heißt aber nicht, dass man bei den fixen Ausgaben nicht sparen kann, im Gegenteil. Allerdings sind diese Einsparungen in der Regel mit etwas Überlegung, Recherche und einem gewissen Umsetzungsaufwand verbunden. Die Ersparnisse wirken und entlasteten dann dafür auch dauerhaft. Daher sollte ein großes Augenmerk auf die Reduzierung und Begrenzung der fixen Ausgaben gelegt werden.

Lebe unter deinen Verhältnissen!

So, was machen wir nun mit unseren Ausgaben und wie kommen wir damit zum Sparen. Nun, die Antwort ist simpel: Gib weniger aus, als du einnimmst. Lebe unter deinen Verhältnissen!

Gerade mit dem Eintritt ins Berufsleben und ersten Karriereschritten bzw. Gehaltssteigerungen sind die Verlockungen groß, sich nun endlich mal etwas mehr zu leisten. Der Lebensstandard wird nach und nach hochgeschraubt. Ein „Zurück“ gibt es kaum noch. Wer will schon Rückschritte bei einem einmal lieb gewonnenen Komfort machen. Deutlich leichter ist es, bei anwachsenden Einnahmen erst einmal auf dem gewohnten Ausgabenniveau zu bleiben, die Überschüsse zu sparen und Vermögen aufzubauen.

Karriereschritte? Gehaltssteigerungen? Der ein oder andere mag jetzt erwidern, dass es so etwas bei ihm schon lange nicht mehr gegeben hat. Dass die Ausgaben durch Inflation immer weiter steigen und er einfach keine Möglichkeit zum Sparen hat.

Klar, Sparen mit einem üppigen Einkommen fällt deutlich leichter, als wenn die Haushaltskasse knapp ist. Auf der anderen Seite ist es aber vor allem bei knappen Einnahmen wichtig, trotzdem zu Sparen. Denn Sparen und Anlegen verbessert die eigene finanzielle Situation, schafft zusätzliche Einnahmen und Spielraum. Mit Sparen meine ich dabei nicht das Sparen auf den nächsten Fernseher oder Urlaub. Zielstellung ist, das Geld dauerhaft anzulegen, für sich arbeiten zu lassen und Einkommen zu generieren.

Ein neuer Flatscreen mag zwei Monate zufrieden machen. Unsere langfristige Situation verbessert er zweifelsohne nicht. Langfristige Verbesserung bringt nur ein Leben unter den eigenen (Einkommens-)Verhältnisse. Klar, dass bei höherem Einkommen dabei trotz Sparens ein höherer Lebensstandard möglich ist. Aber es geht nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen und zu klagen, sondern darum, die eigene Situation dauerhaft zu verbessern. Und dies gelingt durch kontinuierlichen Vermögensaufbau.

Aber wie denn nun genau?

Okay, soweit so klar zur Theorie. Wie soll man aber nun konkret an die Sache mit den Finanzen herangehen?

Das Aufdecken von unnötigen Ausgaben und Sparpotentialen geht nur über eine konsequente Kontrolle der eigenen Ausgaben. Wohin wandert unser „schwer Verdientes“ jeden Monat? Miete, Freizeit, Lebenshaltung, Luxus? Am besten erfasst man seine Ausgaben kategorisiert in einem Haushaltsbuch. Dabei reicht in meinen Augen eine schlanke Lösung in einem Tabellenkalkulationsprogramm. Hat man die eigenen Ausgaben über einige Monate erfasst, sollte man sich Einsparungen vornehmen und Budgets für die verschiedenen Kategorien setzen. Mehr dazu in einem separaten Beitrag.

Neben der „Technik“ ist die eigene Einstellung ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Wenn man es schafft, sich innerlich dem ganzen Konsumdruck und den Drittvergleichen zu entziehen, hat man den größten Schritt bereits getan. Braucht man wirklich immer die neueste Elektronik, das letzte Gadget, das größte Auto, die trendigste Klamotte? Oder sollte man nicht auch einfach einmal zufrieden sein? Mit weniger auskommen? Ist man gedanklich erst einmal so weit, ist alles andere tatsächlich fast nur noch Technik.

Natürlich muss jeder für sich entscheiden, welche Einstellung die richtige ist. Alle Einnahmen im Hier und Jetzt auf den Kopf zu hauen, ist auch ein Lebensmodell. Reich wird man damit nicht, aber glücklicher? Was meint ihr?

1 Gedanke zu “Ausgaben – Lebe unter deinen Verhältnissen!

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: